Neue Wasserrohre kosten 8 Millionen Euro – Sitzungskommentar u. Leserbrief 14.07.16

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Neue Wasserrohre kosten acht Millionen Euro

Mit Dreck schmeißen, etwas bleibt schon hängen. Das scheint die Devise der CSU zu sein, wenn sie das auch selber aktuell in der Strafsache Wohngebiet westlich der Gilchinger Straße einer Allinger Familie vorwirft.

Im Streit um den Beitritt zum Wasserversorger WVA hatten die Initiatoren des Bürgerbegehrens die Nennung von Namen in ihren Veröffentlichungen bewusst vermieden, wir wollten niemanden persönlich angreifen, lediglich Bürgermeister Frederik Röder wurde namentlich genannt. Er ist Allinger Verwaltungschef, er wollte in den vergangenen 14 Jahren seiner Amtszeit das Problem mit den maroden Leitungen nicht erkennen. Vorrangig waren andere imagefördernde, sichtbare Projekte über dem Erdboden wie die Sanierung der Sporthalle für beinahe sechs Millionen, aus dem Haushalt und damit indirekt von allen Gemeindebürgern mitfinanziert wurden. Den Sportlern sei es gegönnt. Oder aber war es von Anfang an Röders Ziel als Vorsitzender des Amperverbandes, die Wasserversorgung Alling aufzugeben und in den WVA zu bringen. So wurde vor 9 Jahren kein Nachfolger mehr für unseren in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedeten Wasserwart gesucht, sondern die Betriebsführung den Stadtwerken FFB übertragen. Röder war zur damaligen Zeit (10 Jahre lang) bis 2014 Regionalbeiratsvorsitzender der Stadtwerke FFB. Deutschlandweit überlegen Kommunen, wie sie die Wasserversorgung wieder in Gemeindehand zurückbekommen, nachdem man sie vorher fast verschenkt hatte. Auf meine Frage, was denn der momentane tatsächliche Erstellungswert unserer Wasserversorgung wäre, antworteten mir sogar die CSU-Verantwortlichen: „Das wäre unbezahlbar!“  Und wir in Alling wollten sie aus der Hand geben, den generalsanierten Hochbehälter, die regelmäßig regenerierten Brunnen und zehn Kilometer Leitungsnetz, das nicht erneuert werden muss – wohl wissend, dass wir nie mehr zurückkönnten. Das ist verantwortungslos gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern und unseren nachfolgenden Generationen.

15 km Leitungsnetz sollen für ca. 8 Millionen Euro saniert werden, davon stammen ca. 10 km aus dem Jahre 1963 und ca. 5 km aus dem Jahre 1983, letztere Rohrleitungen haben also bei einer angenommenen Lebensdauer von 50 Jahren noch eine von 20 Jahren. Im Übrigen: Im Jahre 2011 hat die Gemeinde den Hochbehälter für 220.000 Euro saniert, 2015 das Rohrnetz in der GriesstraßeWest für 130.000 Euro erneuert, 2015 auch erhöhte Ausgaben i.H.v. von 180.000 Euro hauptsächlich für das Reparieren von Rohrbrüchen, ohne dass der Wasserpreis erhöht werden musste! Letztere jährliche Kosten können nach der Sanierung eingespart werden und kommen der Sanierungsfinanzierung zugute!

Wir haben immer sachlich unsere Argumente vorgetragen. Wenn sich die Treiber der Hetzkampagne gegen Ingrid Schilling und mich die Verbandssatzung des WVA angesehen hätten, die sie den Gemeinderäten unterschieben wollten, hätten sie entdeckt, dass es beim WVA, die jetzt von ihnen für Alling ins Gespräch gebrachten „Verbesserungsbeiträge“ (Verbandssatzung § 24) bereits gibt. Bei einem Beitritt hätten nach den Vorschriften des Kommunalabgabengesetzes unsere Gemeindebürger bei einer Sanierung also mitzahlen müssen! Darauf hatten wir von Anfang an hingewiesen.

 

Hans Friedl GR Mitinitiator Bürgerbündnis zum Erhalt der gemeindeeigenen Wasserversorgung