Flickschusterei am Wassernetz hat ein Ende – Fürstenfeldbrucker Tagblatt 30.11.2017

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In Kottgeisering möglich – in Alling nicht!!!????

Die Flickschusterei am Wasserleitungsnetz in Kottgeisering nach den vielen Rohrbrüchen soll ein Ende haben. Künftig will die Gemeinde nicht mehr nur reagieren, sondern agieren.

ingenieur stellt konzept vor

von Max-Joseph Kronenbitter

Kottgeisering – Nach einem Rohrbruch wird immer nur das betroffene Teilstück ersetzt, gelegentlich passiert dann der nächste Rohrbruch nur wenige Meter weiter. „Wir haben dadurch in der Summe vielleicht 50 Meter ausgetauscht und einen hohen fünfstelligen Betrag dafür bezahlt“, sagte die Bürgermeisterin Sandra Meissner (BV) im Gemeinderat. Der wirtschaftliche Nutzen sei eindeutig negativ.

Die Gemeinde will jetzt nicht mehr nur reagieren, sondern agieren. Ingenieur Achim Drechsler vom Büro Schlegel stellte in der Sitzung einen Maßnahmenplan für die Erneuerung des Wasserleitungsnetzes vor: „Priorität hat aus meiner Sicht die 1,5 Kilometer lange Villenstraße Süd.“ Weil er empfahl, in Gebieten zu denken und nicht in einzelnen Straßen, seien die Eichenstraße, Buchenstraße und die Straße Am Gereut mit dabei.

Dies erschien Manfred Ziegler (CSU) nicht vordringlich, weil es in diesen Bereichen bisher keine Rohrbrüche gegeben habe. „Die Wasserleitung würde ich dort erst dann erneuern, wenn gleichzeitig der Straßenbau erfolgt“, sagte er. Drechsler wollte sich davon lösen, weil Brüche in den Seitenstraßen auftreten könnten, wenn die Hauptstraße eine neue Leitung erhält. Auch wenn diese Leitungen noch nicht gebrochen sind, seien sie für die hohen Wasserverluste durch Leckstellen verantwortlich.

Ab dem Jahr 2020 könnte die Wasserversorgung der Johannishöhe erneuert werden, zwei Jahre später in der Kreuzackersiedlung und ab 2024 in der Jesenwanger Straße. „Die generelle Frage ist, wie viele Erneuerungsmaßnahmen sich die Gemeinde leisten will“, sagte der Ingenieur.

Um nicht alle Kosten als Unterhaltsmaßnahmen auf den Wasserpreis umlegen zu müssen, gibt es den Vorschlag, auch Investitionsmaßnahmen zu definieren. Davon ist die Rede, wenn nicht nur Alt gegen Neu getauscht wird, sondern wenn der Leitungsquerschnitt zur Kapazitätserweiterung vergrößert wird. Diese Kosten können auch über Kredite der ansonsten schuldenfreien Gemeinde finanziert werden.

Meissner erinnerte daran, dass die Gemeinde noch weitere Baustellen habe, zum Beispiel den Straßenbau. Der von der Verwaltung ausgearbeitete Fünfjahresplan sieht eine Priorisierung der Johannishöhe (von den Anwohnern abgelehnt), Am Gereut, Eichenstraße und Stichstraße Grafrather Straße vor. Kosten für die ersten Maßnahmen sollen sich im Haushaltsplanentwurf 2018 wiederfinden.